Geschützt: Meine Sicht

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150% für das Fifty-Fifty-Ding haben nicht gereicht

Ich war in den letzten Wochen sehr still. Es ist fällt mir schwer nicht darüber schreiben zu dürfen, was mich gerade am meisten belastet. Also hab ich trotzdem geschrieben, aber erst mal nur für mich. Jetzt ist es raus und somit kann ich auch mein Schweigen darüber brechen. Und hoffentlich auch wieder schreiben.

Juli 2017

Das Geschäft ist am Ende. Wir müssen dringend etwas unternehmen, bevor es in den Bankrott geht. Wir haben zu viele Außenstände die nicht schnell genug, wenn überhaupt, eintreibbar sind und trotz Umsatzsteigerung kommen wir auf keinen Grünen Zweig.

Als der Vater meines Mannes Anfang des Jahres den Schwanz einzog und uns sitzen ließ, mußte mein Mann Personal einstellen. Die Arbeit, die früher mein Mann gemacht hatte, teilen sich jetzt zwei Bäcker in einer Vollzeitstelle und einem Minijob. Die restlichen 30 Stunden stemmen hauptsächlich mein Mann und ich.

Durch die vermehrten Personalkosten merkten wir zum ersten mal, daß irgenwas nicht stimmt.

Mein Schwiegervater hatte mit mir und meinem Mann zwei billige Arbeitskräfte. Aber schon unter seiner Führung stand die Bäckerei auf falschem Fundament. Der Hauptteil der Einnahmen waren nicht die eigenen Erzeugnisse, in die mein Mann nach der Übernahme seine ganze Energie steckte und die den Gewinn bringen. Er wollte sich von der Konkurrenz absetzen, ging flexibel auf Kundenwünsche ein, verbannte Backmischungen und unnötige Zusatzstoffe aus der Backstube, achtete auf regionale Rohstoffe und arbeitete mit ortsansässigen Firmen eng zusammen.

Das alles hat nichts gebracht. Es kamen zwar mehr aber immer noch nicht genügend Kunden zu uns.

Die Arbeit war viel an Zeit und Menge und oft auch stressig und doch machten wir sie gerne und hätten auch weiter gemacht. Aber stellt euch einfach mal vor wie es ist, 10 bis 12 Stunden am Tag zu arbeiten, und dabei weniger Kohle zu haben als bei einer 40 Stunden/Woche. Erwähnte ich übrigens, daß wir eine Sechs-Tage-Woche haben?

Viele meines Teams kenne ich schon jahrelang, zum Teil schon bevor wir zusammenarbeiteten. Das macht das ganze sehr schwer für mich. Sie sind für mich mehr als nur Mitarbeiter.

Wenn wir ganz aufhören werden wir alle entlassen müssen.

Wir sind noch am überlegen und rechnen. Es laufen noch sehr viele Leasing- und Mietverträge aus denen wir nicht so einfach rauskommen. Die meisten Verträge und Zahlungen sind in dreieinhalb Jahren beendet. Wir suchen eine Möglichkeit bis dahin im kleinen weiterzumachen. Wenn wir von heute auf morgen schließen, wird ein großer Berg Schulden auf uns zukommen.

August 2018

Urlaub. Er ist schon lange geplant. Gebucht und bezahlt. Und sehr nötig wegen der Sorgen der letzten Tage und Wochen. Ich möchte abschalten und einen klaren Kopf bekommen für das Chaos, das auf uns zukommt. Prioritäten neu sortieren und mir über meinen Standpunkt klar werden. Wenn es so läuft wie wir uns das vorgenommen haben, wird es der letzte Urlaub für lange Zeit sein.

13.08.2018

Mein Mann hatte heute ein Bewerbungsgespräch. Vertreter einer Backmittelfirma. Absolut nicht sein Traumjob und doch sehe ich Möglichkeiten. Er hat in seinem ganzen Leben nie etwas anderes gemacht als Bäcker. Vielleicht wäre er überrascht, wie sehr man auch andere Dinge gerne tun kann. Die Kompetenzen dazu hat er allemal.

15.08.2018

Gespräch beim Steuerberater. Die Entscheidung ist gefallen. Da das Konto so weit überzogen ist, dass die Bank inzwischen mosert, machen wir zum 31.10.2018 zu. Komplett. Mit allen Konsequenzen. Es laufen noch Kredite und Leasingverträge. Wenn die Bank nicht mitspielt, wird es auf eine Insolvenz hinaus laufen.

Jetzt heißt es handeln. Inventar zum Verkauf anbieten. Bewerbungen schreiben und das schwerste von allem: den Mitarbeitern bescheid sagen. Die sind noch gar nicht alle wieder aus dem Urlaub zurück. Deshalb halten wir das ganze noch unterm Teppich. Sie sollen es nicht von anderen erfahren. Gute Miene zum bösen Spiel zu machen ist gar nicht so einfach, vor allem bei meinen Freundinnen. Dabei bräuchte ich sie gerade jetzt ….

21.08.2018
Die Bank motzt. Der Dispo ist total überzogen. Gespräch morgen.

22.08.2018
Der Bankberater findet es schade, dass wir aufhören. „So leckere Sachen bekommt man sonst nirgends.“ Diesen Satz werden wir bestimmt noch tausendmal hören. Hätten alle die das sagen ihr Brot öfters bei uns gekauft … vielleicht wäre es dann anders gekommen. Vielleicht. Wenigstens steht die Bank hinter uns. Die Angestellten und Lieferanten werden ihr Geld bekommen.

05.09.2018
Endlich. Nächste Woche ist Teambesprechung und wir können reinen Tisch machen. Unser Team merkt eh dass was nicht stimmt.
Mein Mann hatte noch ein Bewerbungsgespräch und jetzt vermutlich den zweiten Job in Aussicht während es bei mir eher schleppend läuft.

Den Termin für die Schließung haben wir nochmal um einen Monat nach hinten verschoben um allen genügend Zeit zu geben einen neuen Job zu finden.

10.09.2018

Die Kinder nehmen es sehr gefasst auf. Und sagen wie immer was sie denken „Vielleicht ist es besser so.“
Ein Gedanke den ich mehr als einmal hatte.

11.09.2018 Teambesprechung

Bedrücktes Schweigen bei den Mitarbeitern. Das muss erst mal richtig ankommen bei ihnen.

15.09.2018

Mein Team fragt mich, wie es soweit kommen konnte und ob wir nicht noch etwas hätten machen können. Wir. Deshalb liegen mir alle so an Herzen. Und egal was wir gemacht hätten, ich weiß ich hätte mich auf sie alle verlassen können.
Eine große Investition war uns ein zu großes Risiko in unserem Alter. Wir sind keine dreißig mehr und mein Mann muss langsam an seine Altersvorsorge denken.

Der Berater der Innung hat nach Durchsicht aller Papiere und Bilanzen erklärt, daß uns nichts vorzuwerfen ist außer, ihn nicht schon vor Geschäftsübernahme um Rat gefragt zu haben. Da haben wir zu sehr darauf vertraut, dass der Vater meines Mannes uns einen gesunden Betrieb übergibt. Laut Betriebsberater sind wir mit allen Ausgaben im grünen Bereich, auch mit den Personalkosten. Wir verkaufen einfach zu wenig unserer Produkte und er sieht keine Möglichkeit den Verlust anders aufzufangen. Der Standort ist in den letzten Jahren durch abnehmende Infrastruktur und durch Wegzug der jungen Menschen die hier aufgewachsen sind immer schlechter geworden. Man hätte schon vor Jahren dagegensteuern müssen. Uns wurde vom Vater meines Mannes nie Einsicht gewährt in die Geschäftsunterlagen und jede Innovation und jeder Versuch zur Modernisierung wurde von ihm sofort abgeblockt.

Anstatt seine Angestellten, vor allem seinen Sohn, anständig zu entlohnen, kauft er sich lieber einen Porsche. Gier ist nun mal dicker als Blut und Autos waren dem Vater meines Mannes schon immer wichtiger als Menschen. Nicht nur, das er meinem Mann seine Vergangenheit gestohlen hat indem er ihn wie ein Sklave schuften ließ, sechs bis sieben Tage die Woche, 10 Tage Urlaub pro Jahr, nie eine freier Tag zwischendurch um mal etwas besonderes erleben zu können, mit seinem Rückzieher verdirbt er ihm jetzt auch noch die Zukunft. Generationenvetrag? Scheiß drauf.
Menschen die ihr Wort nicht halten, die immer alles fordern und nichts einbringen, die so mit ihren Mitmenschen umgehen, sie ausbeuten, sie mobben und Lügen in die Welt setzen für ihre eigene Bequemlichkeit, solche Menschen braucht niemand.

Als wir das Geschäft übernahmen sagte ich mir, wir können nur gewinnen. Entweder es läuft so gut, dass es sich selbst wie von allein trägt und wir können zeigen was wir draufhaben, oder es geht schief und wir kommen aus diesem Laden raus, der mich schon so viel Tränen gekostet hat, der schon so oft Streitpunkt zwischen meinem Mann und mir war.

Meinem Mann fällt das ganze natürlich viel schwerer als mir, und nicht nur deshalb, weil ich ganz anders mit der Situation umgehe. Er wurde sehr verletzt und enttäuscht. Die Bäckerei war sein Traum, fast sein ganzes Leben lang. Ein Traum den er jetzt aufgeben muss.

Für mich war es unter seinem Vater nicht mehr als ein Job. Ein mieser Job, den ich nur aus Liebe zu meinem Mann durchgezogen habe.
Das Geschäft mit meinem Mann zu führen hat mir Spaß gemacht, das Team hat super gepasst, die Stimmung war auch an stressigen Tagen gelassen.

Ich kann nicht sagen, dass ich froh bin, dass wir aufhören, aber ich kann auch nicht sagen, dass es mir total leid tut. Es ist so ein fifty-fifty-Ding. Ich sehe einen Neuanfang und glaube fest, es kann nicht schlimmer werden wenn man es offen und optimistisch angeht und sich auf die guten Dinge konzentriert, die der Neuanfang mit sich bringt.
Ich wünsche mir sehr, dass mein Mann es irgendwann genauso sehen kann.

Franka, Sternenkind

Da liegt dieser leblose Körper in meinem Arm und ich kann es nicht fassen. Mein Baby. Sie sieht aus, als ob sie schläft. Bestimmt macht sie gleich die Augen auf und fängt an zu brüllen, wie das Neugeborene eben machen. Aber sie regt sich nicht.

Ich möchte schreien. So tut doch was! Ich habe erwartet, daß die Ärzte hektisch umherspringen. Alles menschenmögliche versuchen, sie wiederzubeleben. Aber es ist nicht mehr möglich. Die Grenzen der Ärzte, gesetzt vom Leben.

Franka, still geboren in der 42. SSW. Gestorben in der Nacht, in meinem Bauch, alleine, während ich schlief. Ohne daß ich es merkte.

Meine erstes Kind. Eine Totgeburt, ein Wort das hart klingt. Auch Stille Geburt genannt. Es war ruhig im Kreißsaal. Keine Hektik.

Ein Kaiserschnitt kommt hauptsächlich dann in Frage, wenn Gefahr fürs Kind besteht. Eine natürliche Geburt ist weniger gefährlich für die Mutter. Also wurde die Geburt nach Feststellen der fehlenden Herztöne eingeleitet. Medikamente für die Wehen. Medikamente gegen die Schmerzen. Dann kamen die Wehen. Nur die Presswehen durften nicht unterdrückt werden. Die musste ich spüren und aktiv mitmachen.

Spüren wofür? Es bleibt nichts, was hinterher ‚entschädigt‘. Nichts, worauf man sich freuen kann. Kein Glpcksgefühl über das kleine, unschuldige, wohlriechende Neugeborene, das jede Minute neue Entzückungen hervorruft. Nichts von alledem. Ein totes Baby. Weniges auf der Welt, das so sinnlos ist. Und doch waren die Wehenschmerzen hinterher wie bei jeder anderen Geburt auch schnell vergessen. Vielleicht sogar noch schneller, weil diese durch andere Schmerzen und Gefühle verdrängt wurden.

Nämlich Beschämung über mein Versagen, kein Leben geschenkt zu haben. Trauer über den Verlust eines Teils meiner Zukunft, die dieses Baby hätte werden sollen. Qual und Leid in meinem Herz, in meiner Seele, bei dem Gedanke, was sie gefühlt hat, ob sie Schmerzen oder Angst hatte. Und Selbstmitleid, ganz viel davon.

Insgesamt dauerte es von der Diagnose ‚Tot im Mutterleib‘ bis zur Geburt zwölf Stunden. Zwölf Stunden meines Lebens, in denen ich alles in Frage stellte. Auch mein eigenes Leben. Stunden voll mit körperlichen und seelischen Schmerzen. Kraftlosigkeit, Ungewissheit, Ungläubigkeit.

Wie kann sowas mir passieren? Wie geht es weiter? Wie schaffe ich es, weiterzumachen? Was war passiert? War ich schuld? Was habe ich falsch gemacht?

Es wurde keine Unterversorgung festgestellt. Die Plazenta und auch die Nabelschnur waren vollkommen in Ordnung. Die Ärzte sprachen vom plötzlichen Kindstod im Bauch. In einem drittel aller Fälle der ca. 3000-3500 Totgeburten jährlich in Deutschland, bringt auch eine Autopsie keine Klarheit über den Tod. Deshalb entschieden wir uns dagegen.
Denn man hofft auf ein Ergebnis, darauf, dass da steht, man ist nicht schuldig am Tod dieses unschuldigen Wesens. Und grad wenn man sich mit der Trauer etwas arrangiert hat, sie im Alltag integriert ist, kommt ein Brief mit der Nachricht, „Tod aus ungeklärten Gründen“.

Mein Mann war mit im Krankenhaus. Meine Mutter und meine Schwester sind gekommen. Genau die Menschen, die mir auch in meiner Trauerphase immer am nächsten waren. Alle anderen konnten nicht richtig damit umgehen. Außer sie waren selber schon in einer ähnlichen Situation. Viele meldeten sich nicht, brachen sogar den Kontakt ab. Sie fühlten sich hilflos angesichts unseres Verlusts. Was sollten sie uns sagen? Wie tröstet man jemand, der etwas verloren hat, das noch nicht mal richtig da war. Selbst mein Mann hatte damit Probleme. Auch wenn er Franka im Arm hatte, ihre Wangen mit seinen Tränen benetzte, ihren Duft atmete. Er kannte sie nur ein paar Stunden.

Das Beileid, welches uns entgegengebracht wurde, galt uns. Nur uns. Niemand fühlte den Verlust eines Menschen. Nur unsere Trauer und unser Schmerz waren erkennbar. Aber niemand wollte das lange sehen. Niemand wollte nach vier Wochen noch hören, wie schwer es noch immer fiel, jeden Tag aufzustehen, zu atmen, zu leben. Und auch nicht nach acht Wochen oder nach einem halben Jahr.

Und diese Sprüche, die wir uns anhören mussten: ‚Ihr könnt noch viele Kinder haben‘, ‚Sei froh, daß es nicht gelebt hat‘, ‚Vielleicht war es besser so‘.

Ja, Franka war für alle ein ‚es‘ und ersetzbar. Für mich ist sie mein Kind, mein kleines Baby. Aber das wollte auch niemand hören. Sonst wäre der Tod noch realer geworden. Dann müsste man ja darüber nachdenken, daß hier ein Menschenleben zu Ende ging. Auch wenn es noch nicht richtig begonnen hatte. Man wäre vielleicht traurig geworden, Tränen wären eventuell sogar gefloßen. Dann lieber nicht fragen. Lieber nicht so nah ran. An den Tod. An die Trauer.

Viele sogenannte Freunde haben sich in dieser Zeit des Schmerzes von uns abgewandt. Natürliche Selektion – das denke ich heute darüber. Wer blieb, der ist immer noch da. Zuverlässig. Wie Felsen in der Brandung.

Die Menschen gehen nicht mehr mit dem Tod um. Sie gehen ihm aus dem Weg, und der Trauer, allen Gefühlen die der Tod eben mit sich bringt. Das ist unangenehm und unbequem. Dann lieber totschweigen.

Ich hatte keine andere Wahl als mich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Er ist endgültig. Das musste ich begreifen um weitermachen zu können. Um wieder ins Leben zurückzufinden. Und ich habe ein ganz anderes Leben gefunden durch diesen Tod. Die Intensität erhöhte sich mit dem Rückgang der Trauer. Die Direktheit, die ich mir in der Trauerphase aneignete, habe ich beibehalten. Das habe ich auch versucht, meinen zwei Töchtern zu vermitteln. Sie sind mit dem Tod der großen Schwester aufgewachsen. Und ich sehe mit Stolz wie sie offener mit diesem Thema umgehen, als ich es je konnte. Verloren habe ich auch meinen Glauben. Endgültig. Und das ist eines der geringsten Dinge, das ich seither vermisse.

Seither, das sind inzwischen 16 Jahre. Der Schmerz wird nicht leichter, ich wurde nur einfach stärker und habe akzeptiert, dass Franka mit allem was dazugehört, ein Teil von mir ist.

Lebt! Schon morgen kann es zu spät sein.

Heute vor zwei Jahren habe ich die Einladung meines Patenkindes zu ihrer Geburtstagsfeier ausgeschlagen. Das nächste Mal gesehen habe ich sie eine Woche später. Im Leichenschauhaus. Sie hatte einen tödlichen Verkehrsunfall.

 

Sie wohnte noch nicht lange wieder mit ihrem alten/neuen Freund zusammen. Nach der Ausbildung und Weiterbildung hatte sie endlich einen Studienplatz bekommen. Sie hatte einen Weg vor Augen. Die nähre Zukunft geplant. Sie war ein lebenslustiger und fröhlicher Mensch. Ihr Lachen war ansteckend. Sie sagte, was sie dachte, was ihr oft Ärger, aber eben auch echte Freunde brachte. Sie jobbte in der Disco. Sie feierte gern. Sie war beliebt. Sie liebte ihre Familie. Sie lebte ihr Leben intensiv und hatte noch so viel vor.

 

Sie hinterlässt eine große Lücke.

 

Heute würde sie ihren 25. Geburtstag feiern.

 

 

 

Schreiben (Achtung: lesen ist freiwillig!)

 

Für die meisten von uns ist schreiben, wie auch lesen, ein Hobby, und somit freiwillig.

 

 

 

Vor 16 Jahren erlitt ich einen der schwersten Schicksalsschläge, die sich ein Mensch vorstellen kann. Ich habe mein Kind zu Grabe getragen.

 

Keine Mutter und kein Vater sollte länger leben, als ihr/sein Kind.

 

Damals hatten wir seit kurzem Internet (Ja sorry. Land halt!) und als ich aus dem Krankenhaus wieder zu Hause war, fand ich durch einen Zufall eine Seite im Netz, ein Forum für verwaiste Eltern. Ich hatte zu dem Zeitpunkt KEINE Ahnung, dass es so etwas gibt, geschweige denn, was ein Forum ist.

 

Aber: ich hatte einen Weg gefunden, mit meiner Trauer umzugehen.

 

Die Selbsthilfegruppe am Ort traf sich jeden Monat einmal. Der Psychiater hatte den nächsten freien Termin in drei Monaten. Mein Mann ging komplett in seiner Arbeit auf und die einzigen die mir gut taten in dieser Zeit, meine Schwester und meine Mutter, ‚missbrauchte‘ ich, um gute Laune zu bekommen, ich wollte wenigstens manchmal lachen. Trauern ist anstrengend.

 

Das Forum war der Ort für meine Trauer. Dort konnte ich all die verrückten Gedanken loswerden, die nur der verstehen konnte, dem ähnliches widerfahren war.

Ich habe mich ins Leben zurückgeschrieben.

Meine Mutter hatte auch ein Kind verloren. Sie hat Trost im Glaube gefunden. Jeder geht auf seine Weise damit um.

 

Ich schreibe. Meine Meinung, meine Träume. Meine Wut. Was gerade brodelt. Es befreit mich. Ob Tweets oder Blog, was besser passt. Mal ganz oft, mal selten.

 

Ich schreibe viel und an verschiedenen Stellen und die verschiedensten Dinge. Das tat ich auch schon als Mädchen. Damals noch handschriftlich.

 

Was ich damit bezwecke? Erstens: es ist raus aus dem Kopf. Zweitens: vielleicht erkennt sich der ein oder andere darin wieder und sieht, es gibt noch mehr Verrückte auf dieser Welt, ich bin gar nicht allein.

Genau das, was frauenworte.de vor 16 Jahren für mich getan hat.

 

 

Resümee und Prioritäten

Seit einem Jahr sind wir jetzt selbstständig mit der Bäckerei meines Schwiegervaters. Es waren turbulente zwölf Monate, nicht nur beruflich.

Und meine Befürchtungen haben sich bestätigt. Selbständigkeit ist nix für mich. Zumindest nicht in einem Gewerbe, dem nicht mein Herzblut gehört. So wie es bei meinem Mann der Fall ist.

Trotz allem bleibe ich. Trotz der Ablehnung meiner Schwiegereltern und den Steinen, die immer wieder auf unserem Weg auftauchen, trotz der heftigen Arbeitsdauer und trotz den unterschiedlichen Prioritäten, die zwischen meinem Mann und mir immer wieder zu Streit führen.

Warum?

Ich sehe mich in der Verantwortung. Wir haben ein fantastisches Team (ohne meine Schwiegereltern zu berücksichtigen) und sie zählen auf uns.

Unter unseren Angestellten sind drei Mitverdiener, eine Alleinerziehende und außerdem noch:
Asmi, ein Flüchtling aus Eritrea, Azubi zum Bäcker, und wir hoffen, dass sein Wortschatz bis im Sommer weit genug ist dafür. Trainiert jetzt mit meinem Mann, der im nächsten Jahr einen 100-km-Lauf geplant hat.
M. , Bäcker, nach einem Schlaganfall möchte er dennoch nicht nur zu Hause rumsitzen.
S. , kam vor einem halben Jahr mit ihrem Freund aus Serbien, spricht inzwischen fast perfekt deutsch. Heirat und Kinder in Planung.

Das Klima im Team ist super entspannt.
Wir lachen viel und treffen uns auch ab und zu in verschiedenen Konstellationen privat. Ich fühle mich nur selten als Chefin. Und das finde ich schön.

 

Ob das Geschäft besser oder schlechter ist als zu Zeiten meines Schwiegervaters kann ich nicht beurteilen. Was ich beurteilen kann ist, dass wir absolut hinter unseren Produkten stehen. Wir benutzen keine Backmischungen, Chemie nur wo unbedingt nötig, wir achten auf Energieverbrauch und das nicht nur aus Kostengründen, oftmals schenkt sich das eh nichts. Wir kaufen alles was möglich ist bei Bauern der Umgebung und auch bei den Lieferanten achten wir darauf, dass es ortsansässige Familienbetriebe sind, so es möglich ist.

Ob sich das rechnet, finanziell, wird uns Anfang 2018 unser Steuerberater verraten.

Ob es sich rechnet privat, wird die Zukunft zeigen.

 

Vielleicht versteht ihr jetzt ein paar meiner Tweets besser. Was mich nämlich wirklich ankotzt ist, wie wir mit Lebensmitteln umgehen. Und ja, ich nehme mich nicht aus. Auch bei mir wird mal was schlecht.

Es gibt sehr viele, die wirklich nicht viel zum Leben haben und deshalb billig einkaufen müssen. Die möchte ich auf keinen Fall verurteilen. Ihnen gehört meine vollste Bewunderung. Das zu stemmen. Jeden Tag aufs neue. Chapeau!

 

Mir fehlt es vor allem an Wertschätzung. Wir geben Hunderte von Euros für ziemlich viel Mist aus. Auch da nehme ich mich nicht aus.

 

Nur mecker ich nicht. Nicht wenn die Butter teurer wird. Nicht wenn der Metzger 9 € fürs Hackfleisch nimmt. Nicht wenn das Bier im Lokal drei fuffzig kostet.

Entweder ich leiste es mir, oder ich lass es. Oder ich verzichte auf etwas, was ich nicht unbedingt zum Leben brauche.

Die Accessoires fürs Bad in der neuen Farbe. Das Handy, das neu auf den Markt kommt. Der Fernseher, der fünf Zoll größer ist. Die Stiefel, das vierte Paar in schwarz.

Ich rede von Dingen, die man nicht sofort zwingend braucht. Klar möchte ich nicht mehr ohne Handy sein. Aber wenn ich mir das neue Modell nicht leisten kann, nehme ich halt das alte. Fernseher tut’s auch erst mal einer, der nicht überdimensional groß ist.

Mein Wunsch zur Zeit ist eine Kamera für 3500 €. Nur das Gehäuse. Bis ich noch passende Objektive hätte, wäre ich wahrscheinlich bei 8000 oder 9000. Ich hab nicht weitergerechnet. Weil ich mir das nicht leiste. Ich müsste auf zu viel verzichten. Kein Kino mehr. Nicht mehr Essen gehen mit den Töchtern, einmal die Woche nach der Schule. Sauna. Feiern.

Prioritäten.

Ich kann mir die Cam kaufen. Wenn dann aber das Geld fehlt um ein Brot zu kaufen, liegt es nicht am Preis beim Bäcker. Also hört auf jemand für eure falschen Prioritäten verantwortlich zu machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Villa

Das Ping meines Smartphones holt mich zurück in die Realität. Ich schaue, von wem die Nachricht ist. Arno. Er hatte mich schon immer angegraben, und jetzt, seit ich mich innerhalb der Firma habe versetzen lassen und hier in die Stadt gezogen bin, hatte ich seither keine ruhige Minute vor ihm.

 

„Ich zeig dir einen Privat-Club. Wird dir gefallen. Zieh dir wenig an, dann musst du wenig ausziehen. Wie im Swingerclub. Nur edler.“

 

Das macht mich neugierig. Ich bin seit zwei Monaten in der Stadt und habe zwar viele Kontakte, aber keine Sexdates.

 

„Wann?“, schriebe ich kurz angebunden, wie immer, zurück.

 

Es dauert. Ich räume den Teller vom Abendessen auf meiner Dachterasse zusammen bis Arno sich meldet.

„Ich hol dich in einer Stunde ab. Komme mit Taxi.“

 

Reichlich Zeit. Ab unter die Dusche und ein Outfit aussuchen. Nichts spektakuläres. Heute möchte ich unsichtbar sein und mich erst mal umschauen. ich entscheide mich für ein knappes schwarzes Kleid, das keine Frage offen lässt, ob ich etwas drunter trage. Was ich nicht mache. Dazu High Heels, der Tag war warm, zu warm für Stiefel, die ich lieber trage als Heels. Trotz Wärme ziehe ich meinen Mantel drüber und klappere durchs Treppenhaus nach unten.

Ich muss nicht lange warten, dann hält ein Taxi, Arno steigt aus und hilft mir in den Wagen. Gentleman ist er ja durch und durch, das muss man ihm lassen. Er schaut mich an. Ich kann den leichten Anflug von Enttäuschung in seinem Gesicht sehen. Was hat er erwartet? Daß ich halbnackt auf der Strasse auf ihn warte?

 

Er dirigiert den Taxifahrer ins Villenviertel zu einer Villa im Landhausstil mit einem großen Garten und Zäune rund ums Grundstück. Wir gingen die ausladende Treppe huch und Arno zückte seine Kreditkarte.

„Das ist die Eintrittskarte. Wenn deine Kreditkarte hier registriert ist, kannst du immer rein. Jeden Monat höchstens einen Gast.“

Seltsame Regeln. Aber soll mir recht sein. Kein Hinz und Kunz hier drinnen.

Er scannt die Kreditkarte, der Türsteher, der uns durch die verglaste Vordertür beobachtet, öffnet uns die Tür. Im Foyer öffne ich meinne Mantel und Arno hält die Luft an, als er mich betrachtet. Ein Grinsen schleicht sich auf mein Gesicht. Arno gibt meinen Mantel weiter an den Türsteher und legt mir seine Hand auf den Rücken.

„Komm, ich zeig dir alles.“

Er führt mich duch die Räume. Es sieht fast aus wie in einer Hotellobby. Bar, kleine Tische mit Sesseln, Sofas …. wären da nicht die halbnackten oder sogar ganz nackten Frauen und Männer überall. Arno geht mit mir an die Bar.

„Ich möchte einen Gast registrieren.“ und gibt der wunderschönen jungen Frau seine Kreditkarte. Ich hol meine aus meiner Tasche und reiche sie ihr ebenfalls.Sie läßt mich ein Formular unterschreiben und wünscht uns einen angenehmen Aufenthalt.

„Hierunten findet vor allem Kontaktaufnahme statt. Hier im Wohnzimmer, weiter gehts in die Küche und hinten in den Garten. Oben ist man dann ungestört oder auch nicht, wie man es mag.“, Arno zwinkert.

 

Schon klar, daß er mich zielstrebig nach oben führt. Und ich muß sagen, nach viel mehr als zwei Monaten ohne richtigen Mann, der vielen nackten Haut, den Geräuschen hier im Haus und dem Geruch nach Sex ging es mir plötzlich nicht schnell genug.

Arno wählt ein Zimmer links, gleich am anfang des Gangs. Die Tür steht halb offen, also ist der Eintrit erlaubt. Es ist leer. Arno schließt die Tür.

Er schaut mich an.

„Zieh dich aus.“, sagt er, zärtlich aber bestimmt. Ich lege Mein Kleid und meine Tasche auf den Hocker neben der Tür.

Arno geht an die Kommode auf der anderen Seite des Zimmers und kommt zurück mit Ledermanschetten, die er mir um die Schenkel legt und meine Handgelenke jeweils daran fixiert.

„Knie dich hin.“

Sein kurzen und knappen Befehle lassen mich bereits feucht werden. Durch die Ledermanschetten sind meine Beine leicht geöffnet. Als Arno herkommt, quittiert er dies mit einem genießerischen Grinsen.

„Mach den Mund auf.“

 

Er setzt mir einen Spidergag ein und zieht mir das Gummiband über den Kopf.

Dann tritt er einen Schritt zurück und schaut mich an.

„Weißt du, wie lange ich davon schon träume?“

Arno kommt zu mir und knetet meine Brüste. Speichel tropft drauf. Er verteilt ihn. Er zwirbelt meine Nippel, zieht an ihnen und saugt er und beißt abwechselnd an ihnen.

„So geil!“, seufzt er und legt mir Nippelklemmen an. Autsch!

Er steht auf und öffnet seine Hose und schiebt mir seinen Schwanz in die Kehle während er meinen Kopf mit beiden Händen festhält. Speichel tropft auf meine Brüste und es dauert nicht lange bis ich meinen Kopf ausschalte und mich in seine Führung gebe. Schon bald drückt er mir seinen Kopf so fest gegen seine Hüfte, daß ich keine Luft mehr bekomme, schmecke aber sofort seinen warmen, salzigen Saft und spüre, wie er mir aus dem Mund über meinen Körper läuft.

Arno stöhnt und läßt mich los.

Er geht wieder zu der Kommode und kommt mit seinem Gürtel wieder.

„Jetzt, wo du keinen Mann mehr hast, gilt das noch mit „keine Spuren“?

Ich schaue ihn mit großen Augen an und schüttle den Kopf.

Er geht vor mir in die Knie.

„Läßt du dich zur Seite fallen, ist das für mich das Zeichen aufzuhören. Ich hör nicht auf dein Stöhnen, nicht auf dein Schreien. Verstanden?“

Er schaut mir fest in die Augen. Ich nicke.

Arno legt eine Hand auf meinen Brustkorb und drückt mich mit der anderen zu Boden. Ich versuche mein Gesicht bequem auf den Teppich zu legen, was nur mittelmäßig gelingt. Die Nippelklemmen drücken mir ins Fleisch.

Dann kommt auch schon der erste Schlag. Und gleich ein zweiter. Ich hatte das lange nicht mehr und war eh noch nie gut im Schmerzen aushalten. Aber es tut so gut und ich wollte so viel wie möglich davon.

„Spreiz deine Beine.“

Ich gehorche.

„Weiter!“

Arno weiß genau, wie weit, damit es unangenehm wird.

Dann spüre ich seinen Gürtel auf meiner Fotze. Und immer wieder auf den Schenkeln und dem Arsch. Als er ein paar mal immer wieder die gleiche Stelle trifft, lasse ich mich zur Seite fallen, was mit gespreitzen Schenkeln gar nicht so einfach ist. Er hört augenblicklich auf.

Er kniet neben mir auf den Boden und entfernt den Spidergag.

„Gehts dir gut?“

Ich nicke.

Er befreit meine Handgelenke aus den Manschetten und führt mich zum Bett.

Dort massiert er vorsichtig meine Brüste, zieht an der Kette mit den Klemmen. Dann öffnet er die erste. Ich stöhne laut. Und die zweite. Seine Hände legen sich sanft darauf und kreisen ohne zu reiben bis das Kribbeln aufhört.

„Leg dich auf den Bauch.“, sein Kopf deutet zum Bett.

Ich spüre eine kalte Flüßigkeit auf meinen Schenkeln. Er verteilt sie auf meiner heißen Haut. AN manchen Stellen ist deie Berührung immer noch unangenehm. Seine Finger lassen mich das allerdings schnell vergessen. Er läßt sie tief zwischen meine Arschbacken und zwischen meine Schenkel gleiten, die ich nur zu gern öffne.

Arno massiert mich und mein Saft sammelt sich in meinr Möse. Sein Finger stupst an meine Rosette und ich drücke ihm mein Becken entgegen. Ein Finger, zwei Finger in meinem Arsch und er fickt mich damit. Seine andere Hand reibt abwechselnd meinen Kitzler und fickt meine Muschi mit drei Fingern.

Das halte ich nicht lange aus und ich komme laut und heftig.

Entspannt und zitternd liege ich auf dem Bett. Ich spüre seine Hand an meinem Kopf und rieche seinen Schwanz. Automatisch öffne ich mein Maul und er benutzt mich um steif zu werden.

Dann dreht er mich auf den Rücken, nimmt mir die Manschetten ab und benutzt die große für den Schenkel um mir Fuß- und Handgelenke zusammenzufesseln.

Mit gespreizten Beinen, weit in die Luft gestreckt liege ich vor ihm. Er nimmt etwas Öl und verteilt es zwischen meinen Arschbacken und auf seinem Schwanz und drückt mir seinen Schwanz in meinen Arsch. Er hält meine Fußgelenke fest und spreizt meine Beine noch weiter.

„Schade, daß du gefesselt bist. Ich hätte dir erlaubt, dich zu streicheln. Hier zum Beispiel.“

Seine Finger streifen kurz meinen Kitzler, dann hält er wieder mein Bein und drückt es weit nach außen.

„Das würde dir gefallen, stimmts, kleine Schlampe?“

Ich nicke.

„Vielleicht könnte ich ja, wenn du mich bittest?“

„Bitte, Arno, streichel meine Fotze. Bitte!“

Er legt zwei Finger zwischen meine Lippen und dringt in mich ein.

„So?“, fragt er unschuldig.

„Meinen Kitzler. Bitte!“

Er nimmt seine nassen Finger aus mir und reibt meinen Kitzler.

„Du kommst erst, wenn ich es erlaube.“

Tief atme ich ein und aus.

„Bitte!“, presse ich hervor.

Seine Finger wechlsen das Tempo.

„Bitte, was?“

„Bitte, darf ich kommen?“

Er hört auf zu reiben und schnippt mit dem Finger gegen meinen Kitzler.

„Jetzt schon? Schon wieder?“

„JA! Bitte!“

Er reibt wieder und grinst.

„Komm!“

Ja klar. Jetzt brauch ich natürlich noch länger. Als er das Tempo wieder wechselt und den Druck rausnimmt überkommt mich der Orgasmus. Er reibt weiter leicht über meine gesamte Muschi und stößt dabei heftig und tief in meinen Arsch. Mein Orgasmus macht ihn noch enger und ich spüre das Pumpen seines Schwanzes und seinen warmen Saft, wie er mir durch meine Poritze läuft.

Er befreit meine Hand- und Fußgelenke und legt sich neben mich aufs Bett.

Arno schaut mich an und streicht mir über den Kopf.

„Das mit uns könnte ganz groß werden.“

Ich lächle gequält.

„Ich war jetzt so lange gebunden. Lass mir erst mal meinen Spaß.“

„Den wirst du hier bestimmt finden im Club. Hier passt du fantastisch rein.“

Ich setze mich auf.

„Gibts hierne Dusche?“ frage ich.

Er deutet zu der Türe neben dem Bett.

Ich verschwinde, dusche und während er sich frisch macht zieh ich mich an.

„Willst du dich noch umsehen?“

Er nimmt das Spielzeug welches wir benutzt haben und schmeißt es im Bad in einen gesonderten Behälter.

Ich will mich nicht mehr umsehen. Das reicht für heute und außerdem würde er mich weiterhin für sich beanspruchen. Es hat gut getan mit Arno. Aber das gewisse etwas fehlt nun mal zwischen uns. Von meiner Seite aus.

Das war nicht mein letzter Besuch in der Villa.

 

Seltsame Sachen die ich mache

Ich mache manchmal seltsame Dinge. Zum Beispiel hege ich ab und zu Erwartungen. Ja! Richtige Erwartungen. Unglaublich! Das äussert sich, indem ich etwas frage oder sogar um etwas bitte und natürlich hoffe ich, daß die Antwort in meinem Sinne ausfällt. Nur deshalb habe ich mich schließlich der Gefahr ausgesetzt, eventuell enttäuscht zu werden. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Und ja, ich bin enttäuscht, wenn meine Erwartungen nicht erfüllt werden. Selbst wenn ich die Gründe meines Gegenübers noch so gut nachvollziehen kann, ja sogar selbst in seiner Situation nicht anders entschieden hätte, die Enttäuschung bleibt.

 

Und an diesem Punkt fange ich an, noch seltsamere Dinge zu zun. Denn so enttäuscht ich auch sein mag, ich bin selten böse mit denen, die meine Erwartungen nicht erfüllen konnten. Auch ich erfülle nicht immer andere Erwartungen und möchte gern, daß meine Entscheidung akzeptiert wird.

 

Aber Enttäuschung ist nun mal Enttäuschung und es ist gut möglich, daß ich nie richtig gelernt habe damit umzugehen, vielleicht gehe ich ja aber auch einfach anders damit um als andere.

 

Ich ziehe mich dann vom Enttäuscher zurück. Nicht um ihn damit zu verletzen, sondern um meine Wunden zu lecken

(das ist jetzt etwas übertrieben)

(na gut, vielleicht doch nicht)

 

Ich mache das aus diversen Gründen. Zum einen möchte ich bestimmten Menschen nicht die Genugtuung geben zu sehen, wieviel mir eine Sache bedeutet hätte, beziehungsweise wie viel mir die Person bedeutet. Denn nur was viel bedeutet, kann auch tiefe Enttäuschung bringen.

Ich lass Mensch nicht gerne merken, wieviel sie mir wirklich bedeuten. Das gibt ihnen zu viel Macht über mich und diese Macht wurde schon von zu vielen ausgenutzt. Meistens reicht es mir, die Menschen um mich zu wissen und für sie da sein zu können. Ganz ohne Erwartungen. Wüssten sie, was sie mir bedeuten, erfände mein Kopf eine Erwartungshaltung auf ihrer Seite, ihnen das zu zeigen. Blödsinn, ich weiß.

Im anderen Fall bedeutet mir dieser Mensch so viel, weshalb ich nicht möchte, dass er ein schlechtes Gewissen bekommt und seine Entscheidung überdenkt, eventuell rückgängig macht und das vielleich irgenwann betreut.

 

In beiden Fällen, muß ich erst meine Mauer wieder hochziehen. Die habe ich nämlich mit meiner Frage/Bitte fallenlassen und meine Erwartungen offengelegt. Das wird nie zu den Dingen gehören, die mir leicht fallen.

Manchmal oder: Den Kopf zurecht rücken

An manchen Tagen, wenn nichts so läuft wie ich es mir in den Kopf gesetzt habe, wenn mich die Selbstzweifel mit voller Breitseite treffen, dann ist es wieder mal Zeit, ganz tief in mich zu gehen und einen Schritt beiseite zu treten um eine andere Sicht zu bekommen.

 

Darauf, wer ich bin, wer ich war, wer ich sein will. Wo ich stehe, warum ich da stehe und wer mich dahin begleitet hat, mich zu der gemacht hat, die ich bin, mit deren und mit meiner Liebe.

Ein Leben. Mein Leben. So intensiv gelebt wie nur möglich. Mit allen Höhen und Tiefen. Mit Trauer und vor allem mit Glück. Und mit Stärke. Mit Kämpfen, gewonnenen und verlorenen. Aber vor allem mit

 

WEITERMACHEN

 

Egal was kommt. Egal wie oder womit. Weitermachen. Auch dann, wenn ich es alleine schaffen muss. Auch wenn die, die versprochen hatten für mich da zu sein, mich im Stich lassen. Weitermachen. Auf das Wesentliche konzentrieren. Unter den widrigsten Umständen das Beste geben.

 

WEITERMACHEN

 

Das war schon immer mein Mantra. Und viel besser als sich das immer wieder zu sagen, ist es zu singen. Und zu tanzen.

 

 

Wildflower – Bon Jovi

She wakes up when I sleep
To talk to ghosts like in the movies
If you don’t follow what I mean
I sure don’t mean to be confusing
They say when she laughs she wants to cry
She’ll draw a crowd then try to hide
Don’t know if it’s her or just my mind I’m losing

Nobody knows a wildflower still grows
By the side of the road 
And she don’t need to need like the roses
Wildflower

That girl’s sure put a spell on me
Yeah, her voodoos hidden right behind her pocket
If she’s fire, I’m gasoline
Yeah, we fight a lot but neither wants to stop it
Well, she’ll tell you she’s an only child until you meet her brothers
Swear she’s never met the man she couldn’t make into a lover

Nobody knows a wildflower still grows
By the side of the road
And she don’t need to need like the roses
She’s at home with the weeds
And just as free as the night breeze
She’s got the cool of a shade tree
She’s growin‘ on me and I can’t live with out her

Yesterday’s a memory
Tomorrow’s accessory
That’s her favorite quote about regret
Well, she’ll tell you about her pedigree
With a sailor’s mouth he’d have left at sea and it ain’t over yet

Nobody knows

Nobody knows

Nobody knows
That’s right

She wakes up when I sleep
To talk to ghosts like in the movies