Und wer bestimmt deine Grenzen?

Eine Kollegin erzählte mir letzte Woche, ein Bekannter (kleines Dorf, jeder kennt jeden) hat Selbstmord begangen, noch nicht mal 50, zwei Töchter im Teenageralter, Haus, Autos, drei bis vier Mal im Jahr Urlaub, alles da.

„Keiner hat etwas gemerkt und niemand kann es sich erklären. Er hatte doch alles.“

·.¸¸.·´´¯··.·.¸¸.·

Ich sitze – Coronabedingt – nicht mehr in unserem Vierer-Büro, sondern im Büro einer anderen Kollegin, die noch weitere Wochen krankgeschrieben ist. Wegen Burn-Out. Jeder hier kennt ihre Geschichte, weiß, was sie persönlich gerade durchmacht. Mehr als zuhören, können/konnten wir leider nicht tun.

·.¸¸.·´´¯··.·.¸¸.·

Zwei Geschichten die mich die letzten Tage wieder sehr wütend machen. Auf unsere Gesellschaft, deren Vergleiche und deren Erwartungen.

Wer sagt, ‚ich kann nicht mehr, mir wird’s zuviel‘ gilt als schwach oder als faul. Vor allem Männer dürfen sich das nicht leisten. Da heißt es dann sehr schnell ‚stell dich nicht so an‘ oder ‚die anderen haben doch auch keine Probleme damit‘.

Jeder hat andere Grenzen. Der gleiche Druck ist bei jedem unterschiedlich. Der eine ist wie ein Gummiball, der schnellt zurück in seine alte Form wenn der Druck weg ist, der andere ist eine Orange, die geht kaputt.

Die meisten merken erst wenn es schon fast zu spät ist, dass sie Hilfe brauchen oder etwas ändern müssen. Und die, die daran zerbrechen, haben sich das nicht getraut oder wurden nicht ernst genommen.

Ich kenne das Gefühl sehr gut. Zu gut. Ich habe deshalb schon Arbeitsplätze gewechselt oder meine Stunden runtergefahren. Das war bereits an dem Punkt, wo ich abends weinend zusammengebrochen bin. Mein Partner war verständnisvoll, aber helfen musste ich mir selbst.

Ich habe mir geschworen, dass ich es nicht wieder so weit kommen lassen werde. Auch dann nicht, wenn der Chef im Nebenjob noch so sehr „erwartet, dass jeder so gut wie möglich (über die Feiertage) einspringt, dass ‚man‘ (sprich: die Kollegen) jedem Gerecht werden kann, da ja jeder Familie hat und jeder seine Freizeit braucht“.

Zuallererst komme ich. Dann meine Kinder und meine Familie. Dann kommt mein Job. Und dann erst mein Nebenjob.

Wenn ich wochen- oder monatelang flach liege nützt es niemandem etwas. Und vom Nebenjob bekomme ich nicht mal meinen Ausfall bezahlt, geschweige denn, dass ich als Arbeitskraft zur Verfügung stehe. Zudem wäre es unfair gegenüber meinem Arbeitgeber.

Niemand hat mir zu sagen, wo meine Grenzen sind!

Keller aufräumen, Urlaub und Corona

Urlaub. Viel Zeit, endlich mal wieder den Keller aufzuräumen. Was man da so alles findet …. verstaubt, vergessen, verdrängt. Dinge, die wichtig waren und vieles, was nicht an Wichtigkeit verlieren sollte.

Ganz hinten in der Ecke, unter vielen leeren Kartons finde ich in einer kleinen, unscheinbaren und verratzten Schachtel meine Lebensfreude. Ich muss die wohl irgendwann weggepackt haben. Damals, als es hieß, man soll zu Hause bleiben. Und ich hab das nur zu gerne gemacht. Diese ganze Pandemie kam mir gerade recht, mich einzumummeln und zurückzuziehen. Zwischen Arbeit und Haushalt hat Lebensfreude nun mal nicht viel Boden um zu wachsen. Also weg damit. Steht sonst nur im Weg rum.
Trotz meines persönlichen Lockdown hat mich so einiges gefunden. Der Tod unserer Mutter, ein Totalschaden am Auto, ein Scheidungstermin. Ich hatte mir eingeredet, das alles in dieser Zeit durchzumachen wäre von Vorteil. Kaum Hektik und nichts anderes zu tun, außer alles in Ruhe vorzubereiten und zu regeln.
Aber vielleicht bekam es alles gerade dadurch so viel Platz in meinem Kopf und verdrängte dadurch alles andere, schöne, wirklich wichtige.

Dort hinter der Kellertür liegt achtlos hingeschmissen ein Haufen Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit für schönes und wichtiges wie Lachen und Spaß mit meinen Kindern, Zeit für zuhören und mitfühlen, Zusammensein genießen. Wichtiges wie Toleranz für ihre Entwicklung, die halt nicht mit meinen Erwartungen zusammenpasst. Wichtiges wie Ruhe, um Differenzen nicht von oben herab zu bereinigen. Das alles war mir mal sehr wichtig.

Dort ganz oben auf dem Regal ist meine Gelassenheit. Das ist ihr Stammplatz. Ich hol sie regelmäßig immer mal wieder von dort runter und nehm sie wieder in mein Leben mit. Es ist, als ob ich manchmal schlafwandle und sie dabei regelmäßig dort verstaue.

Jetzt bin ich schon so lange am aufräumen hier, irgendwo muß doch noch diese Energie zu finden sein. Das Haus verliert schließlich nichts. Ohne Energie, werde ich es nicht schaffen, die Dinge hier in die Wohnung zu bringen und statt dessen die Selbstzweifel, die falschen Erwartungen, die Angst, die Ungeduld und die Wut in den Keller zu verbannen.

`·.¸¸.·´´¯`··._.·`·.¸¸.·´´¯`··._.·`·.¸¸.·´´¯`··._.·`·.¸¸.·´´¯`··._.·

Ich mag mein Leben und wie ich bin gerade sehr, bis auf weniges, was ich verbessern kann (siehe oben) und die Tatsache, daß ich kein definierbares Ziel habe außer vielleicht glücklich und zufrieden zu werden.

Mein Selbstbewußtsein und mein rebellisches Ego sind wieder da. Ich sage wieder öfters, was ich denke und stehe zu mir und dem, was ich bin und will. Ich weiß, daß ich nicht perfekt bin, weiß aber auch, daß ich mir Kritik zu Herzen nehme und wenn sie gerechtfertigt ist darauf eingehe und versuche, mich zu bessern.

Das alles funktioniert im Job und mit den Mitmenschen fantstisch, bei meinen Kindern ist alles ehegr holperig. Gegnüber ihnen muß ich auch dringend lernen, egoistischer zu werden. Und dabei das richtige Maß finden.

`·.¸¸.·´´¯`··._.·`·.¸¸.·´´¯`··._.·`·.¸¸.·´´¯`··._.·`·.¸¸.·´´¯`··._.·

Mit dem Hintergrund Corona war mir schon sehr früh klar, daß es dieses Jahr nicht an die Côte d’Azur gehen kann. Lange war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt wegfahren will, mit Kindern, deren Erwartungen und Träume dieses Jahr nicht zu realisieren sind. Ein bisschen war ich auch froh darüber. So mußte ich nicht überlegen, wo ich das Geld dafür hernehmen sollte. Ich war immer noch nicht sicher wegfahren zu wollen, als meine Schwester kam und den Vorschlag in den Raum warf, zusammen zu fahren. Das letzte Fünkchen Wiederstand und Zweifel wurde so erstickt. Wir buchten eine Woche Ostsee, nichts besonderes, nur Meer, Salz und Sand. Und hoffentlich Sonne. Ich brauche das nach diesen Monaten der Konzentration auf die Jobs und die Kinder. Dabei war das wohl nicht mal immer besonders gut, was ich gemacht habe, behaupten die Kinder. Und ein bisschen haben sie recht.

Jetzt bin ich auch noch egoistisch genug, mir ein Treffen mit einem Herzmensch gönnen zu werden und lasse meine Schwester vierundzwanzig Stunden mit den Teenagern alleine.

Ich weiß sehr wohl, daß viele nicht verstehen, warum man in dieser Zeit „unbedingt“ reisen muß. Ich habe mir die Entscheidung nicht einfach gemacht. Doch ich glaube, durch die vielen Zufälle oder was zumindest so aussah und daß die Kinder zurückstecken müssen und es nicht nach ihrem Kopf geht, es genau das ist, was wir dieses Jahr brauchen. Und wer weiß, vielleicht wird es mir den Weg weisen in einer Herzensfrage, mit der ich mich schon länger rumschlage, egal welche Richtung dabei rauskommen wird und welchen Weg ich schlußendlich einschlagen werde.

So oder so, es wird mein Jahr, mehr als das letzte und doch nicht so sehr wie das nächste.

Erwartungen die Zweite

Es gibt Themen, die beschäftigen uns immer mal wieder. Erwartungen ist eins von denen, womit ich mich sehr gerne auseinandersetze. Vielleicht, weil ich zu viele davon habe? Geht das überhaupt? Kann man von sich selbst zu viel erwarten? Oder vom Leben? Dürfen oder sollten oder: Müssen wir uns das nicht Wert sein?

Natürlich ist es ganz einfach von anderen zu viel zu erwarten. Aber nichts erwarten ist halt auch nix. Dann ist mir doch der Mensch egal (siehe auch https://wildflower72blog.wordpress.com/2015/11/29/erwartungen/ )

Ist es nicht sogar fair, etwas zu erwarten? Oder andersrum: Ist es fair zu bekommen und nichts zurückzugeben? Ich bin mir im klaren darüber, daß nicht immer jeder in der Lage ist etwas zu geben. Davon rede ich jetzt hier nicht.

Ich gebe gern, ich gebe viel. Ich gebe gern viel. Ich gebe meist mehr, als ich zurückbekomme. Ich gebe zu, dass ich in diesem Punkt eventuell nicht richtig Objektiv sein kann 😉

Und sollte das jemand anders sehen, nämlich dass ich mehr bekomme als nehme, bitte sag es offen und ehrlich, darüber bin ich froh und überhaupt nicht böse.

Wenn ich gebe, gebe ich ohne Berechnung, aber mit Erwartung. Ist das ein Widerspruch in sich?

Wenn tatsächlich mal mehr bekomme, als ich gegeben habe, dann fühle ich mich schnell in der Schuld. Ich will nie mehr, als ich selbst bereit wäre zu geben. Oft schraube ich meine Bedürfnisse zurück und meistens macht mir das nicht aus. Ich verstehe sehr gut, daß nicht jeder Mensch für jedes Thema soviel Begeisterung empfindet wie ich das vielleicht tue. Dann ist es einfach auch weniger, was man investieren will und kann.

Jetzt zum eigentlichen Problem.

Kann ein Mensch, der lange Zeit unehrlich war, von anderen Menschen Ehrlichkeit erwarten? Also „ICH“ von „Menschen die mir etwas bedeuten/die ich liebe“? Weil das ist genau das, was ich lange Zeit getan habe. Ich war unehrlich zu Menschen, denen ich – anscheinend – viel bedeutet habe. Und ich bekomme gerade eine kleine Ahnung davon, wie sich sowas anfühlt. Bisher ist es nur eine Ahnung.

Sollte man das aber nicht aus der anderen Richtung betrachten? Ich bin ehrlich zu den Menschen, die mir viel bedeuten. Und wenn ich dann nicht mehr ehrlich bin und sein kann/darf, bedeuten sie mir dann noch etwas/können sie mir nocoh etwas bedeuten? Ist nicht schon zu viel Vertrauen dahin, wenn ich Angst haben muss, die Wahrheit zu sagen? Und dieses Vertrauen, wer hat das zerstört?

Im Umkehrschluss bedeutet das, wenn jemand nicht ehrlich zu mir ist, bin ich ihm nicht wichtig. Und wem ich nicht wichtig bin, der sollte mir auch nicht wichtig sein. Dann ist eine Lüge zwar immer noch blöd, aber nicht mehr verletzend. Also theoretisch ganz einfach. Theoretisch.

Worum es mir geht ist, ob ein Mensch wie ich Ehrlichkeit erwarten kann von denen, denen ich wichtig bin und ob ich als ‚Betrügerin‘ dieses auch einfordern darf für mich (also nicht von denen, die ich belogen und betrogen habe) oder ob das Scheinheilig ist?

Es stellt sich auch nicht die Frage, wer wen zuerst belogen hat. Es stellt sich die Frage, warum ein Mensch sich plötzlich nicht mehr traut, ehrlich zu sein.

(ich habe diesen Text jetzt seit fast einer Woche in den Entwürfen und wieder und wieder gelesen. Für mich macht er absolut Sinn. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das für die meisten sehr verwirrend klingt)

150% für das Fifty-Fifty-Ding haben nicht gereicht

Ich war in den letzten Wochen sehr still. Es ist fällt mir schwer nicht darüber schreiben zu dürfen, was mich gerade am meisten belastet. Also hab ich trotzdem geschrieben, aber erst mal nur für mich. Jetzt ist es raus und somit kann ich auch mein Schweigen darüber brechen. Und hoffentlich auch wieder schreiben.

Juli 2017

Das Geschäft ist am Ende. Wir müssen dringend etwas unternehmen, bevor es in den Bankrott geht. Wir haben zu viele Außenstände die nicht schnell genug, wenn überhaupt, eintreibbar sind und trotz Umsatzsteigerung kommen wir auf keinen Grünen Zweig.

Als der Vater meines Mannes Anfang des Jahres den Schwanz einzog und uns sitzen ließ, mußte mein Mann Personal einstellen. Die Arbeit, die früher mein Mann gemacht hatte, teilen sich jetzt zwei Bäcker in einer Vollzeitstelle und einem Minijob. Die restlichen 30 Stunden stemmen hauptsächlich mein Mann und ich.

Durch die vermehrten Personalkosten merkten wir zum ersten mal, daß irgenwas nicht stimmt.

Mein Schwiegervater hatte mit mir und meinem Mann zwei billige Arbeitskräfte. Aber schon unter seiner Führung stand die Bäckerei auf falschem Fundament. Der Hauptteil der Einnahmen waren nicht die eigenen Erzeugnisse, in die mein Mann nach der Übernahme seine ganze Energie steckte und die den Gewinn bringen. Er wollte sich von der Konkurrenz absetzen, ging flexibel auf Kundenwünsche ein, verbannte Backmischungen und unnötige Zusatzstoffe aus der Backstube, achtete auf regionale Rohstoffe und arbeitete mit ortsansässigen Firmen eng zusammen.

Das alles hat nichts gebracht. Es kamen zwar mehr aber immer noch nicht genügend Kunden zu uns.

Die Arbeit war viel an Zeit und Menge und oft auch stressig und doch machten wir sie gerne und hätten auch weiter gemacht. Aber stellt euch einfach mal vor wie es ist, 10 bis 12 Stunden am Tag zu arbeiten, und dabei weniger Kohle zu haben als bei einer 40 Stunden/Woche. Erwähnte ich übrigens, daß wir eine Sechs-Tage-Woche haben?

Viele meines Teams kenne ich schon jahrelang, zum Teil schon bevor wir zusammenarbeiteten. Das macht das ganze sehr schwer für mich. Sie sind für mich mehr als nur Mitarbeiter.

Wenn wir ganz aufhören werden wir alle entlassen müssen.

Wir sind noch am überlegen und rechnen. Es laufen noch sehr viele Leasing- und Mietverträge aus denen wir nicht so einfach rauskommen. Die meisten Verträge und Zahlungen sind in dreieinhalb Jahren beendet. Wir suchen eine Möglichkeit bis dahin im kleinen weiterzumachen. Wenn wir von heute auf morgen schließen, wird ein großer Berg Schulden auf uns zukommen.

August 2018

Urlaub. Er ist schon lange geplant. Gebucht und bezahlt. Und sehr nötig wegen der Sorgen der letzten Tage und Wochen. Ich möchte abschalten und einen klaren Kopf bekommen für das Chaos, das auf uns zukommt. Prioritäten neu sortieren und mir über meinen Standpunkt klar werden. Wenn es so läuft wie wir uns das vorgenommen haben, wird es der letzte Urlaub für lange Zeit sein.

13.08.2018

Mein Mann hatte heute ein Bewerbungsgespräch. Vertreter einer Backmittelfirma. Absolut nicht sein Traumjob und doch sehe ich Möglichkeiten. Er hat in seinem ganzen Leben nie etwas anderes gemacht als Bäcker. Vielleicht wäre er überrascht, wie sehr man auch andere Dinge gerne tun kann. Die Kompetenzen dazu hat er allemal.

15.08.2018

Gespräch beim Steuerberater. Die Entscheidung ist gefallen. Da das Konto so weit überzogen ist, dass die Bank inzwischen mosert, machen wir zum 31.10.2018 zu. Komplett. Mit allen Konsequenzen. Es laufen noch Kredite und Leasingverträge. Wenn die Bank nicht mitspielt, wird es auf eine Insolvenz hinaus laufen.

Jetzt heißt es handeln. Inventar zum Verkauf anbieten. Bewerbungen schreiben und das schwerste von allem: den Mitarbeitern bescheid sagen. Die sind noch gar nicht alle wieder aus dem Urlaub zurück. Deshalb halten wir das ganze noch unterm Teppich. Sie sollen es nicht von anderen erfahren. Gute Miene zum bösen Spiel zu machen ist gar nicht so einfach, vor allem bei meinen Freundinnen. Dabei bräuchte ich sie gerade jetzt ….

21.08.2018
Die Bank motzt. Der Dispo ist total überzogen. Gespräch morgen.

22.08.2018
Der Bankberater findet es schade, dass wir aufhören. „So leckere Sachen bekommt man sonst nirgends.“ Diesen Satz werden wir bestimmt noch tausendmal hören. Hätten alle die das sagen ihr Brot öfters bei uns gekauft … vielleicht wäre es dann anders gekommen. Vielleicht. Wenigstens steht die Bank hinter uns. Die Angestellten und Lieferanten werden ihr Geld bekommen.

05.09.2018
Endlich. Nächste Woche ist Teambesprechung und wir können reinen Tisch machen. Unser Team merkt eh dass was nicht stimmt.
Mein Mann hatte noch ein Bewerbungsgespräch und jetzt vermutlich den zweiten Job in Aussicht während es bei mir eher schleppend läuft.

Den Termin für die Schließung haben wir nochmal um einen Monat nach hinten verschoben um allen genügend Zeit zu geben einen neuen Job zu finden.

10.09.2018

Die Kinder nehmen es sehr gefasst auf. Und sagen wie immer was sie denken „Vielleicht ist es besser so.“
Ein Gedanke den ich mehr als einmal hatte.

11.09.2018 Teambesprechung

Bedrücktes Schweigen bei den Mitarbeitern. Das muss erst mal richtig ankommen bei ihnen.

15.09.2018

Mein Team fragt mich, wie es soweit kommen konnte und ob wir nicht noch etwas hätten machen können. Wir. Deshalb liegen mir alle so an Herzen. Und egal was wir gemacht hätten, ich weiß ich hätte mich auf sie alle verlassen können.
Eine große Investition war uns ein zu großes Risiko in unserem Alter. Wir sind keine dreißig mehr und mein Mann muss langsam an seine Altersvorsorge denken.

Der Berater der Innung hat nach Durchsicht aller Papiere und Bilanzen erklärt, daß uns nichts vorzuwerfen ist außer, ihn nicht schon vor Geschäftsübernahme um Rat gefragt zu haben. Da haben wir zu sehr darauf vertraut, dass der Vater meines Mannes uns einen gesunden Betrieb übergibt. Laut Betriebsberater sind wir mit allen Ausgaben im grünen Bereich, auch mit den Personalkosten. Wir verkaufen einfach zu wenig unserer Produkte und er sieht keine Möglichkeit den Verlust anders aufzufangen. Der Standort ist in den letzten Jahren durch abnehmende Infrastruktur und durch Wegzug der jungen Menschen die hier aufgewachsen sind immer schlechter geworden. Man hätte schon vor Jahren dagegensteuern müssen. Uns wurde vom Vater meines Mannes nie Einsicht gewährt in die Geschäftsunterlagen und jede Innovation und jeder Versuch zur Modernisierung wurde von ihm sofort abgeblockt.

Anstatt seine Angestellten, vor allem seinen Sohn, anständig zu entlohnen, kauft er sich lieber einen Porsche. Gier ist nun mal dicker als Blut und Autos waren dem Vater meines Mannes schon immer wichtiger als Menschen. Nicht nur, das er meinem Mann seine Vergangenheit gestohlen hat indem er ihn wie ein Sklave schuften ließ, sechs bis sieben Tage die Woche, 10 Tage Urlaub pro Jahr, nie eine freier Tag zwischendurch um mal etwas besonderes erleben zu können, mit seinem Rückzieher verdirbt er ihm jetzt auch noch die Zukunft. Generationenvetrag? Scheiß drauf.
Menschen die ihr Wort nicht halten, die immer alles fordern und nichts einbringen, die so mit ihren Mitmenschen umgehen, sie ausbeuten, sie mobben und Lügen in die Welt setzen für ihre eigene Bequemlichkeit, solche Menschen braucht niemand.

Als wir das Geschäft übernahmen sagte ich mir, wir können nur gewinnen. Entweder es läuft so gut, dass es sich selbst wie von allein trägt und wir können zeigen was wir draufhaben, oder es geht schief und wir kommen aus diesem Laden raus, der mich schon so viel Tränen gekostet hat, der schon so oft Streitpunkt zwischen meinem Mann und mir war.

Meinem Mann fällt das ganze natürlich viel schwerer als mir, und nicht nur deshalb, weil ich ganz anders mit der Situation umgehe. Er wurde sehr verletzt und enttäuscht. Die Bäckerei war sein Traum, fast sein ganzes Leben lang. Ein Traum den er jetzt aufgeben muss.

Für mich war es unter seinem Vater nicht mehr als ein Job. Ein mieser Job, den ich nur aus Liebe zu meinem Mann durchgezogen habe.
Das Geschäft mit meinem Mann zu führen hat mir Spaß gemacht, das Team hat super gepasst, die Stimmung war auch an stressigen Tagen gelassen.

Ich kann nicht sagen, dass ich froh bin, dass wir aufhören, aber ich kann auch nicht sagen, dass es mir total leid tut. Es ist so ein fifty-fifty-Ding. Ich sehe einen Neuanfang und glaube fest, es kann nicht schlimmer werden wenn man es offen und optimistisch angeht und sich auf die guten Dinge konzentriert, die der Neuanfang mit sich bringt.
Ich wünsche mir sehr, dass mein Mann es irgendwann genauso sehen kann.

Franka, Sternenkind

Da liegt dieser leblose Körper in meinem Arm und ich kann es nicht fassen. Mein Baby. Sie sieht aus, als ob sie schläft. Bestimmt macht sie gleich die Augen auf und fängt an zu brüllen, wie das Neugeborene eben machen. Aber sie regt sich nicht.

Ich möchte schreien. So tut doch was! Ich habe erwartet, daß die Ärzte hektisch umherspringen. Alles menschenmögliche versuchen, sie wiederzubeleben. Aber es ist nicht mehr möglich. Die Grenzen der Ärzte, gesetzt vom Leben.

Franka, still geboren in der 42. SSW. Gestorben in der Nacht, in meinem Bauch, alleine, während ich schlief. Ohne daß ich es merkte.

Meine erstes Kind. Eine Totgeburt, ein Wort das hart klingt. Auch Stille Geburt genannt. Es war ruhig im Kreißsaal. Keine Hektik.

Ein Kaiserschnitt kommt hauptsächlich dann in Frage, wenn Gefahr fürs Kind besteht. Eine natürliche Geburt ist weniger gefährlich für die Mutter. Also wurde die Geburt nach Feststellen der fehlenden Herztöne eingeleitet. Medikamente für die Wehen. Medikamente gegen die Schmerzen. Dann kamen die Wehen. Nur die Presswehen durften nicht unterdrückt werden. Die musste ich spüren und aktiv mitmachen.

Spüren wofür? Es bleibt nichts, was hinterher ‚entschädigt‘. Nichts, worauf man sich freuen kann. Kein Glpcksgefühl über das kleine, unschuldige, wohlriechende Neugeborene, das jede Minute neue Entzückungen hervorruft. Nichts von alledem. Ein totes Baby. Weniges auf der Welt, das so sinnlos ist. Und doch waren die Wehenschmerzen hinterher wie bei jeder anderen Geburt auch schnell vergessen. Vielleicht sogar noch schneller, weil diese durch andere Schmerzen und Gefühle verdrängt wurden.

Nämlich Beschämung über mein Versagen, kein Leben geschenkt zu haben. Trauer über den Verlust eines Teils meiner Zukunft, die dieses Baby hätte werden sollen. Qual und Leid in meinem Herz, in meiner Seele, bei dem Gedanke, was sie gefühlt hat, ob sie Schmerzen oder Angst hatte. Und Selbstmitleid, ganz viel davon.

Insgesamt dauerte es von der Diagnose ‚Tot im Mutterleib‘ bis zur Geburt zwölf Stunden. Zwölf Stunden meines Lebens, in denen ich alles in Frage stellte. Auch mein eigenes Leben. Stunden voll mit körperlichen und seelischen Schmerzen. Kraftlosigkeit, Ungewissheit, Ungläubigkeit.

Wie kann sowas mir passieren? Wie geht es weiter? Wie schaffe ich es, weiterzumachen? Was war passiert? War ich schuld? Was habe ich falsch gemacht?

Es wurde keine Unterversorgung festgestellt. Die Plazenta und auch die Nabelschnur waren vollkommen in Ordnung. Die Ärzte sprachen vom plötzlichen Kindstod im Bauch. In einem drittel aller Fälle der ca. 3000-3500 Totgeburten jährlich in Deutschland, bringt auch eine Autopsie keine Klarheit über den Tod. Deshalb entschieden wir uns dagegen.
Denn man hofft auf ein Ergebnis, darauf, dass da steht, man ist nicht schuldig am Tod dieses unschuldigen Wesens. Und grad wenn man sich mit der Trauer etwas arrangiert hat, sie im Alltag integriert ist, kommt ein Brief mit der Nachricht, „Tod aus ungeklärten Gründen“.

Mein Mann war mit im Krankenhaus. Meine Mutter und meine Schwester sind gekommen. Genau die Menschen, die mir auch in meiner Trauerphase immer am nächsten waren. Alle anderen konnten nicht richtig damit umgehen. Außer sie waren selber schon in einer ähnlichen Situation. Viele meldeten sich nicht, brachen sogar den Kontakt ab. Sie fühlten sich hilflos angesichts unseres Verlusts. Was sollten sie uns sagen? Wie tröstet man jemand, der etwas verloren hat, das noch nicht mal richtig da war. Selbst mein Mann hatte damit Probleme. Auch wenn er Franka im Arm hatte, ihre Wangen mit seinen Tränen benetzte, ihren Duft atmete. Er kannte sie nur ein paar Stunden.

Das Beileid, welches uns entgegengebracht wurde, galt uns. Nur uns. Niemand fühlte den Verlust eines Menschen. Nur unsere Trauer und unser Schmerz waren erkennbar. Aber niemand wollte das lange sehen. Niemand wollte nach vier Wochen noch hören, wie schwer es noch immer fiel, jeden Tag aufzustehen, zu atmen, zu leben. Und auch nicht nach acht Wochen oder nach einem halben Jahr.

Und diese Sprüche, die wir uns anhören mussten: ‚Ihr könnt noch viele Kinder haben‘, ‚Sei froh, daß es nicht gelebt hat‘, ‚Vielleicht war es besser so‘.

Ja, Franka war für alle ein ‚es‘ und ersetzbar. Für mich ist sie mein Kind, mein kleines Baby. Aber das wollte auch niemand hören. Sonst wäre der Tod noch realer geworden. Dann müsste man ja darüber nachdenken, daß hier ein Menschenleben zu Ende ging. Auch wenn es noch nicht richtig begonnen hatte. Man wäre vielleicht traurig geworden, Tränen wären eventuell sogar gefloßen. Dann lieber nicht fragen. Lieber nicht so nah ran. An den Tod. An die Trauer.

Viele sogenannte Freunde haben sich in dieser Zeit des Schmerzes von uns abgewandt. Natürliche Selektion – das denke ich heute darüber. Wer blieb, der ist immer noch da. Zuverlässig. Wie Felsen in der Brandung.

Die Menschen gehen nicht mehr mit dem Tod um. Sie gehen ihm aus dem Weg, und der Trauer, allen Gefühlen die der Tod eben mit sich bringt. Das ist unangenehm und unbequem. Dann lieber totschweigen.

Ich hatte keine andere Wahl als mich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Er ist endgültig. Das musste ich begreifen um weitermachen zu können. Um wieder ins Leben zurückzufinden. Und ich habe ein ganz anderes Leben gefunden durch diesen Tod. Die Intensität erhöhte sich mit dem Rückgang der Trauer. Die Direktheit, die ich mir in der Trauerphase aneignete, habe ich beibehalten. Das habe ich auch versucht, meinen zwei Töchtern zu vermitteln. Sie sind mit dem Tod der großen Schwester aufgewachsen. Und ich sehe mit Stolz wie sie offener mit diesem Thema umgehen, als ich es je konnte. Verloren habe ich auch meinen Glauben. Endgültig. Und das ist eines der geringsten Dinge, das ich seither vermisse.

Seither, das sind inzwischen 16 Jahre. Der Schmerz wird nicht leichter, ich wurde nur einfach stärker und habe akzeptiert, dass Franka mit allem was dazugehört, ein Teil von mir ist.

Lebt! Schon morgen kann es zu spät sein.

Heute vor zwei Jahren habe ich die Einladung meines Patenkindes zu ihrer Geburtstagsfeier ausgeschlagen. Das nächste Mal gesehen habe ich sie eine Woche später. Im Leichenschauhaus. Sie hatte einen tödlichen Verkehrsunfall.

 

Sie wohnte noch nicht lange wieder mit ihrem alten/neuen Freund zusammen. Nach der Ausbildung und Weiterbildung hatte sie endlich einen Studienplatz bekommen. Sie hatte einen Weg vor Augen. Die nähre Zukunft geplant. Sie war ein lebenslustiger und fröhlicher Mensch. Ihr Lachen war ansteckend. Sie sagte, was sie dachte, was ihr oft Ärger, aber eben auch echte Freunde brachte. Sie jobbte in der Disco. Sie feierte gern. Sie war beliebt. Sie liebte ihre Familie. Sie lebte ihr Leben intensiv und hatte noch so viel vor.

 

Sie hinterlässt eine große Lücke.

 

Heute würde sie ihren 25. Geburtstag feiern.

 

 

 

Schreiben (Achtung: lesen ist freiwillig!)

 

Für die meisten von uns ist schreiben, wie auch lesen, ein Hobby, und somit freiwillig.

 

 

 

Vor 16 Jahren erlitt ich einen der schwersten Schicksalsschläge, die sich ein Mensch vorstellen kann. Ich habe mein Kind zu Grabe getragen.

 

Keine Mutter und kein Vater sollte länger leben, als ihr/sein Kind.

 

Damals hatten wir seit kurzem Internet (Ja sorry. Land halt!) und als ich aus dem Krankenhaus wieder zu Hause war, fand ich durch einen Zufall eine Seite im Netz, ein Forum für verwaiste Eltern. Ich hatte zu dem Zeitpunkt KEINE Ahnung, dass es so etwas gibt, geschweige denn, was ein Forum ist.

 

Aber: ich hatte einen Weg gefunden, mit meiner Trauer umzugehen.

 

Die Selbsthilfegruppe am Ort traf sich jeden Monat einmal. Der Psychiater hatte den nächsten freien Termin in drei Monaten. Mein Mann ging komplett in seiner Arbeit auf und die einzigen die mir gut taten in dieser Zeit, meine Schwester und meine Mutter, ‚missbrauchte‘ ich, um gute Laune zu bekommen, ich wollte wenigstens manchmal lachen. Trauern ist anstrengend.

 

Das Forum war der Ort für meine Trauer. Dort konnte ich all die verrückten Gedanken loswerden, die nur der verstehen konnte, dem ähnliches widerfahren war.

Ich habe mich ins Leben zurückgeschrieben.

Meine Mutter hatte auch ein Kind verloren. Sie hat Trost im Glaube gefunden. Jeder geht auf seine Weise damit um.

 

Ich schreibe. Meine Meinung, meine Träume. Meine Wut. Was gerade brodelt. Es befreit mich. Ob Tweets oder Blog, was besser passt. Mal ganz oft, mal selten.

 

Ich schreibe viel und an verschiedenen Stellen und die verschiedensten Dinge. Das tat ich auch schon als Mädchen. Damals noch handschriftlich.

 

Was ich damit bezwecke? Erstens: es ist raus aus dem Kopf. Zweitens: vielleicht erkennt sich der ein oder andere darin wieder und sieht, es gibt noch mehr Verrückte auf dieser Welt, ich bin gar nicht allein.

Genau das, was frauenworte.de vor 16 Jahren für mich getan hat.

 

 

Resümee und Prioritäten

Seit einem Jahr sind wir jetzt selbstständig mit der Bäckerei meines Schwiegervaters. Es waren turbulente zwölf Monate, nicht nur beruflich.

Und meine Befürchtungen haben sich bestätigt. Selbständigkeit ist nix für mich. Zumindest nicht in einem Gewerbe, dem nicht mein Herzblut gehört. So wie es bei meinem Mann der Fall ist.

Trotz allem bleibe ich. Trotz der Ablehnung meiner Schwiegereltern und den Steinen, die immer wieder auf unserem Weg auftauchen, trotz der heftigen Arbeitsdauer und trotz den unterschiedlichen Prioritäten, die zwischen meinem Mann und mir immer wieder zu Streit führen.

Warum?

Ich sehe mich in der Verantwortung. Wir haben ein fantastisches Team (ohne meine Schwiegereltern zu berücksichtigen) und sie zählen auf uns.

Unter unseren Angestellten sind drei Mitverdiener, eine Alleinerziehende und außerdem noch:
Asmi, ein Flüchtling aus Eritrea, Azubi zum Bäcker, und wir hoffen, dass sein Wortschatz bis im Sommer weit genug ist dafür. Trainiert jetzt mit meinem Mann, der im nächsten Jahr einen 100-km-Lauf geplant hat.
M. , Bäcker, nach einem Schlaganfall möchte er dennoch nicht nur zu Hause rumsitzen.
S. , kam vor einem halben Jahr mit ihrem Freund aus Serbien, spricht inzwischen fast perfekt deutsch. Heirat und Kinder in Planung.

Das Klima im Team ist super entspannt.
Wir lachen viel und treffen uns auch ab und zu in verschiedenen Konstellationen privat. Ich fühle mich nur selten als Chefin. Und das finde ich schön.

 

Ob das Geschäft besser oder schlechter ist als zu Zeiten meines Schwiegervaters kann ich nicht beurteilen. Was ich beurteilen kann ist, dass wir absolut hinter unseren Produkten stehen. Wir benutzen keine Backmischungen, Chemie nur wo unbedingt nötig, wir achten auf Energieverbrauch und das nicht nur aus Kostengründen, oftmals schenkt sich das eh nichts. Wir kaufen alles was möglich ist bei Bauern der Umgebung und auch bei den Lieferanten achten wir darauf, dass es ortsansässige Familienbetriebe sind, so es möglich ist.

Ob sich das rechnet, finanziell, wird uns Anfang 2018 unser Steuerberater verraten.

Ob es sich rechnet privat, wird die Zukunft zeigen.

 

Vielleicht versteht ihr jetzt ein paar meiner Tweets besser. Was mich nämlich wirklich ankotzt ist, wie wir mit Lebensmitteln umgehen. Und ja, ich nehme mich nicht aus. Auch bei mir wird mal was schlecht.

Es gibt sehr viele, die wirklich nicht viel zum Leben haben und deshalb billig einkaufen müssen. Die möchte ich auf keinen Fall verurteilen. Ihnen gehört meine vollste Bewunderung. Das zu stemmen. Jeden Tag aufs neue. Chapeau!

 

Mir fehlt es vor allem an Wertschätzung. Wir geben Hunderte von Euros für ziemlich viel Mist aus. Auch da nehme ich mich nicht aus.

 

Nur mecker ich nicht. Nicht wenn die Butter teurer wird. Nicht wenn der Metzger 9 € fürs Hackfleisch nimmt. Nicht wenn das Bier im Lokal drei fuffzig kostet.

Entweder ich leiste es mir, oder ich lass es. Oder ich verzichte auf etwas, was ich nicht unbedingt zum Leben brauche.

Die Accessoires fürs Bad in der neuen Farbe. Das Handy, das neu auf den Markt kommt. Der Fernseher, der fünf Zoll größer ist. Die Stiefel, das vierte Paar in schwarz.

Ich rede von Dingen, die man nicht sofort zwingend braucht. Klar möchte ich nicht mehr ohne Handy sein. Aber wenn ich mir das neue Modell nicht leisten kann, nehme ich halt das alte. Fernseher tut’s auch erst mal einer, der nicht überdimensional groß ist.

Mein Wunsch zur Zeit ist eine Kamera für 3500 €. Nur das Gehäuse. Bis ich noch passende Objektive hätte, wäre ich wahrscheinlich bei 8000 oder 9000. Ich hab nicht weitergerechnet. Weil ich mir das nicht leiste. Ich müsste auf zu viel verzichten. Kein Kino mehr. Nicht mehr Essen gehen mit den Töchtern, einmal die Woche nach der Schule. Sauna. Feiern.

Prioritäten.

Ich kann mir die Cam kaufen. Wenn dann aber das Geld fehlt um ein Brot zu kaufen, liegt es nicht am Preis beim Bäcker. Also hört auf jemand für eure falschen Prioritäten verantwortlich zu machen.